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Aussaatanleitung: Tomaten aus Samen ziehen

Wenn Hobbygärtner ihre eigenen Tomaten aus Samen ziehen, hat das vor allem einen Grund: Es gibt so viele verschiedene seltene Sorten, die als pflanzfertige Sträucher einfach nicht im Handel erhältlich sind.

Ganz generell ist die beste Ansaatzeit für Tomatensamen gut 6- 8 Wochen vor den letzten erwarteten Nachtfrösten im Frühjahr. Da Tomaten ihren Ursprung in den tropischen Regionen Südamerikas haben und relativ hohe Temperaturen benötigen, um zu keimen, werden sie in fast allen Klimazonen in Gewächshäusern oder im Haus vorgezüchtet, bis sie sich weit genug entwickelt haben, um in den Garten verpflanzt zu werden. Das geschieht meist etwa zwei Wochen nach dem letzten Frost, oder sobald die Durchschnittstemperaturen sich um die 12 °C eingependelt haben.

Wir haben hier eine stichpunktartige Aussaatanleitung für Tomaten zusammengestellt, die dafür geeignet ist, alle Varianten von solanum lycopersicum aus Samen zu züchten, ob es nun Kirschtomaten, Fleischtomaten oder Saucentomaten sind:

Aussaatanleitung: Tomaten aus Samen ziehen


  • Aussaatzeit Tomatensamen in Deutschland: Ende März / Anfang April drinnen
  • Optimale Keimtemperatur: +24-28°C, viel Licht, Erde immer feucht halten
  • Keimdauer: 6-10 Tage. Nach dem Keimen die Pflanzen wieder kühler stellen bei ca. +15°C
  • 2-3 Wochen nach der Aussaat die Pflanzen pikieren, wenn sich das erste Blattpaar voll ausgebildet hat. Dabei sollten die Wurzeln eingekürzt werden, um ein gesundes Wurzelwachstum anzuregen.
  • Auspflanzen ab Mitte Mai nach den letzten Nachtfrösten (Pflanzabstand 50-100cm). Zuvor sollten die Pflanzen einige Tage abgehärtet werden. Setzen Sie die Pflanzen möglichst tief und schräg, denn dadurch werden noch mehr Wurzeln entlang des Triebes gebildet. Angießen nicht vergessen.
  • Tomaten brauchen gut gelockerte, durchlässige Böden mit einem hohen Humusanteil. Sie mögen keine Staunässe.
  • Tomaten sind Starkzehrer. Sie brauchen ausreichend guten Dünger und in den meisten Fällen eine Pflanzenstütze.


Tomaten ernten und Tomatensamen gewinnen


Das Wichtigste vorweg: Man sollte nicht versuchen, sein Saatgut aus hybriden Züchtungen zu gewinnen, sondern ausschließlich samenfeste Tomaten verwenden. Die Nachfahren von hybriden Pflanzen sind genetisch zu instabil und können allerlei Krankheiten oder unerwünschte Merkmale aufweisen. Um Samen aus den geernteten Tomaten zu gewinnen, sollten die Früchte sowohl voll ausgereift als auch frei von Mäkeln und Krankheiten wie Braunfäule sein. Je schöner, desto besser.
Wenn der Sommer endet und an den Sträuchern noch grüne, nicht komplett ausgereifte Tomaten hängen, können diese entweder einzeln, bei ausreichend Platz aber auch mitsamt dem ganzen Trieb nachreifen. Einzeln geerntete grüne Tomaten müssen dafür an einem kühlen und trockenen Ort mit ausreichend Belüftung gelagert werden. Sie können beispielsweise in mit Papier abgedeckten Körben im Keller nachreifen.
Möchte man die Tomaten mitsamt der Pflanze nachreifen lassen, sollte man zunächst alle übrigen Blätter entfernen. Man kann den Strauch dann im Ganzen an einem warmen, gut belüfteten und frostgeschützten Ort aufhängen, etwa an der Wäscheleine im Keller - besser noch an einem überdachten Ort mit reichlich Sonnenlicht.
Die einfachste Methode um Tomatensamen zu gewinnen, ist sie direkt luftzutrocknen. Dazu schneidet man die Frucht quer in der Mitte durch, also nicht von oben nach unten, und drückt die Samen vorsichtig auf ein Küchentuch aus, wo man sie trocknen lässt. Bessere Keimfähigkeit bekommt man, wenn man sie zuerst gewaschen hat und sie dann auf Backpapier oder ein Küchentuch ausbreitet, wo man sie mit ausreichend Abstand voneinander lufttrocknen lässt. Danach kann man sie in einem Papiertütchen aufbewahren. Wichtig: Das Tütchen beschriften!

Tomatensamen fermentieren


Viele Tomatenzüchter schwören auch darauf, ihr Saatgut zunächst zu fermentieren. Dadurch sollen keimhemmende Stoffe und an den Samen anhaftende Krankheitserreger entfernt werden. Zur Fermentierung drückt man die Samen aus der aufgeschnittenen reifen Frucht in eine Schüssel oder, wenn man viele verschiedene Sorten gleichzeitig geerntet hat, in beschriftete Behälter aus und bedeckt sie mit ausreichend Wasser. Danach stellt man das ganze in die Sonne und bedeckt es locker - auf keinen Fall luftdicht - mit Folie oder Papier. Möchte man die Samen in der Wohnung fermentieren, darf man nicht allzu geruchsempfindlich sein, denn es entwickelt sich schnell starker Fäulnisgeruch.
Das ganze Gebräu sollte etwa drei Tage so stehen bleiben, wobei man einmal am Tag umrühren sollte. Es dauert eine Weile, bis sich der "Schleim" von dem Samen getrennt und ein Schimmelteppich gebildet hat, aber man sollte den Fermentationsprozess auf jeden Fall beenden, bevor die Samen zu keimen beginnen. Die fermentierten Samen müssen noch gewaschen werden, danach können sie auch auf Küchenpapier zum Trocknen ausgebreitet und in beschriftete Tütchen verpackt werden. Jetzt können Sie im nächsten Jahr wieder eigene Tomaten aus Samen ziehen!

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