Lexikon

Halophyten

Halophyten sind Pflanzen, die an salzhaltige Standorte angepasst sind und dort wachsen können, wo hohe Salzkonzentrationen für die meisten anderen Pflanzen ein Wachstumshemmnis darstellen. Typische Lebensräume sind Küstenbereiche, Salzwiesen, Gezeitenzonen sowie allgemein Böden mit erhöhter Salzbelastung.

Der Begriff stammt aus dem Griechischen: hals bedeutet Salz und phyton Pflanze. Halophyten bilden keine botanische Verwandtschaftsgruppe, sondern eine ökologische Kategorie. Sie gehören unterschiedlichen Pflanzenfamilien an, teilen jedoch vergleichbare Anpassungen an sogenannten Salzstress.

Dieser entsteht vor allem durch zwei Faktoren: Zum einen ist Wasser in salzhaltigen Böden für Pflanzen schwer verfügbar, zum anderen können hohe Konzentrationen von Natrium- und Chloridionen den Stoffwechsel beeinträchtigen. Halophyten besitzen daher spezielle Mechanismen, um Salz zu tolerieren, zu speichern oder auszuscheiden.

Je nach Ausprägung unterscheidet man obligate Halophyten, die fast ausschließlich auf salzigen Standorten vorkommen, und fakultative Halophyten, die Salz zwar vertragen, aber nicht darauf angewiesen sind.

Halophyten sind wichtige Bestandteile von Küsten- und Salzökosystemen, da sie Böden stabilisieren und Lebensräume für spezialisierte Arten schaffen. Typische Beispiele sind Queller-Arten (Salicornia) sowie verschiedene Pflanzen der Salzwiesen.