Lexikon

Lichtkeimer

Lichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen nur unter dem Einfluss von Licht keimen. Sie dürfen bei der Aussaat nicht oder nur hauchdünn mit Substrat bedeckt werden, da Dunkelheit die Keimung verhindert. Das Licht aktiviert im Samen spezielle Pflanzenhormone (Phytochrome), die den Keimprozess auslösen.

Typische Lichtkeimer sind viele feinsamige Arten, darunter:

  • Löwenmäulchen (Antirrhinum majus)
  • Mohn (Papaver)
  • Thymian (Thymus vulgaris)
  • Basilikum (Ocimum basilicum)
  • Glockenblumen (Campanula)
  • Feldsalat (Valerianella locusta)

Aussaat und Besonderheiten

Lichtkeimer werden auf feuchtes Substrat gestreut und nur leicht angedrückt. Damit die empfindlichen Samen nicht austrocknen oder fortgespült werden, kann man sie mit einer sehr dünnen Schicht feinem Quarzsand oder Vermiculit abdecken. Beide Materialien sind lichtdurchlässig und halten die Feuchtigkeit gleichmäßig.

Diese Abdeckung bietet mehrere Vorteile: Sie schützt die Samen nicht nur vor Austrocknung, sondern auch vor Vogelfraß und dem Verschwemmen beim Gießen. Zum Befeuchten sollte immer ein ganz feiner Sprühstrahl verwendet werden, um die Samen nicht zu verdrängen.

Die Direktsaat im Beet kann bei Lichtkeimern schwierig sein, da Sonne, Regen und Wind schnell zu Austrocknung oder Verlagerung der Samen führen. Besser gelingt die Keimung daher oft in Saatschalen an einem hellen, aber nicht vollsonnigen Platz mit konstanter Feuchtigkeit.

Warum Lichtkeimer Licht brauchen

Der Lichtreiz dient den Pflanzen als natürliches Signal für günstige Keimbedingungen. Lichtkeimer stammen meist aus lichten Lebensräumen wie Wiesen, Wegrändern oder Felsen, wo ihre Samen an der Oberfläche liegen. Nur bei Helligkeit „erkennen“ sie, dass sie nicht zu tief im Boden liegen und genügend Wärme, Sauerstoff und Platz zum Wachsen vorhanden sind.

Die Keimhemmung im Dunkeln schützt den Samen davor, an ungeeigneter Stelle zu keimen, wo er nicht durch die Erdschicht an die Oberfläche gelangen würde. Auf diese Weise stellen Lichtkeimer sicher, dass ihre Keimlinge nur dort wachsen, wo sie die besten Überlebenschancen haben – eine clevere Anpassung an wechselnde Umweltbedingungen.